Ein sehr schönes Wochenende hatte ich vor ein paar Tagen. War ich doch recht spontan nach England gereist, um auf dem UK Web Comics and Mini Press Thing so viele tolle Comics wie schon lange nicht zu entdecken. Die besten verlinke ich jetzt einfach mal direkt hier. Im aktuellen Podcast von Zwerchfell unterhalte ich mich auch mit meinem Kompagnon Stefan Dinter drüber. Also, hier geht’s los!

Ellen Lindner
Ellen hat ihren ersten Full Feature Comic namens Undertow fertig gestellt und selbst produziert. Eine sehr gelungene Geschichte, angesiedelt im Brooklyn der sechziger Jahre, ist das geworden. Ja… geradezu eine Graphic Novel ist das. Gerade auf den letzten Seite merkt man, dass Ellen ihre sehr schöne eigene Form des Zeichnens und Erzählens gefunden hat und man auf weitere so bewegende Geschichten hoffen kann. Sollte sofort bei Reprodukt erscheinen, wenn ihr mich fragt. Aber die fragen mich ja nicht ;)

Adam Cadwell
Was Adam macht würde ich unter Umständen total langweilig finden: Er führt ein Comic-Tagebuch, in dem er kleine Momente des Tages und Befindlichkeiten seiner selbst und seines Umfelds festhält. Das macht er aber mit der nötigen Portion Selbst-Ironie, Nerd- und Indietum und dem doppelten Nachschlag Charme, dass es für mich sehr gut passt.

Lizz Lunney
Wenn es etwas gibt, was mich immer kriegt, dann sind es simple Strichzeichnungen, die niedlich, niedlicher, am niedlichsten rüberkommen, hinter denen aber ein alberner, vertwisteter Humor steckt. Lizz Lunney ist so ein Humor-Monster. Ihr kurzen, knackigen Strips über Watermelon Boy, the Boy with the talking ears, Depressed Cat und Leaning Bunny sind sicherlich nicht jedermanns Tasse Tee. Meine aber schon und bitteschön lange ziehen lassen.

Marc Ellerby
Auf Ellerbisms macht der sehr talentierte Mr. Ellerby das, was ihr Internet-Nabelschauer so gerne mögt, ein Tagebuch seines Lebens zeichnen. Nur um einiges Pointen-fixierter als sein Freund Adam Cadwell. Für so einen Buffy-Fan wie mich hatte er dann noch seine eigene Version des Ungeheuer-kaltmachenden-Mädels im Gepäck dabei gehabt: Chloe Noonan – Monsterhunter. Quasi die britische Variante des Ganzen, insofern um einiges unaufgeregter, lässiger aber mindestens genauso charming.

Shug
Sweet! Cute! Aaaww….
…. mehr kann ich über die schönen, niedlich-traurigen Sachen vom ungeheuer sympathischen Shug gar nicht sagen. Außer natürlich, dass ihr unbedingt den Link anklicken solltet. Das scheint mir doch ein ganz schön umtriebiges Kerlchen zu sein… und: Toll, dass ich endlich einen Comic hab, den ins Musikregal stellen kann (na also, ist mir doch noch was eingefallen)

Philippa Rice
Ähnliches gilt auch für Madame Rice. Eigentlich: Genau dasselbe. Nur, dass ich beim Lesen ihrer drei Ausgaben von My Cardboard Life auch doch noch mehr zum Lachen hatte. Humor, der nicht von Pappe ist, oder dann eben doch, denn Philippa bastelt jedes Panel aus Papier und Pappe zusammen. Simpel und supersweet!

Tpcat
Melody Lee würde sich auf den ersten Blick genauso gut in diese Ecke stellen lassen. Zumindest was die Zeichnungen angehen, die sogar noch einen ganzen Schritt weiter gehen, und nicht mehr süß, sondern schlichtweg oberzuckrig, kitschig sind. Die kurzen Geschichten, die allesamt in einer merkwürdig auf den Kopf gestellten Tierwelt spielen, sind nämlich alles andere als nett. Und nicht nur böse, sondern teilweise verstörend krank. Großartige Leistung. Leider läßt die Homepage nur erstes vermuten und der sicke Teil findet nicht statt. Also, wenn ihr Geld habt und sowas mögt, bestellt euch bei ihr “Toiletpaper Life”. Es lohnt sich.

Kate Beaton
Sicherlich so etwas wie das Sternchen der ganzen Veranstaltung. Und das vollkommen zurecht! La Beaton sollte man nicht erklären, man sollte sie lesen! Jetzt! Lest sie! Sie ist nicht nur gut! Sondern auch nicht nur besser! Sondern auch noch wahrscheinlich die Beste! oder wie das Comics Journal online jüngst schrieb: Kate Beaton, motherfuckers!